13. Juni 2021

ESV Styria Wiener Prater

…erleben Sie Stocksport im Herzen von Wien

Der Eisstocksport

Ein Volks- und Leistungssport zugleich

Abb. 1: „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahre 1565

Der Eisstocksport gehört zu den ältesten Wintersportarten in den Alpenländern. Die ersten Formen eines Wurf- und Schubspiels entstanden etwa im 13./14. Jahrhundert in Skandinavien und breiteten sich dann weiter nach Mitteleuropa aus. Auf seinem Bild „Jäger im Schnee“ aus dem Jahr 1565 (vgl. Abb. 1), das auch unter den Namen „Die Heimkehr der Jäger“, „Januar“ oder „Jänner“ bekannt ist, liefert der niederländische Maler Pieter Bruegel der Ältere den ersten bildlichen Beweis für die Ausübung dieses Sports in Mitteleuropa.

Da zum Eisschießen außer einer Eisfläche, einem Eisstock, etwas freier Zeit und ein paar Mitspielern keine große Ausrüstung notwendig war, konnte jeder diesem Vergnügen nachgehen und so kannte und kennt dieser Volkssport keine gesellschaftlichen Grenzen. Obwohl lange nur Männer dem Eisstocksport nachgingen, kam es zu einer immer größer werdenden Beigeisterung in der Bevölkerung und so entdeckten auch bald Frauen und die Jugend das Eisstockschießen für sich. Im Jahr 1875 wurde schließlich der erste Eisschützenverein der Welt, die „1. Bürgerliche Eisschützengesellschaft Eisenerz“ gegründet. Anfang der 20er Jahre vollzog sich endgültig der Wandel vom Volksbrauch und Gesellschaftsspiel hin zu einem anerkannten Sportspiel. Das erste Regelwerk wurde schließlich 1921 herausgegeben.

Ein Meilenstein in der Geschichte des Eisstocksports wurde im Jahr 1936 gesetzt. Bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen war das Eisschießen olympischer Vorführwettbewerb. Auf dem Riessersee beteiligten sich an den Wettkämpfen jeweils drei Mannschaften aus Deutschland und Österreich, sowie zwei Mannschaften aus der Tschechoslowakei.

Der 2. Weltkrieg setzte der positiven Entwicklung des Eisstocksports ein jähes Ende und der Wiederbeginn in den Nachkriegsjahren war schwierig und steinig. Mit der Gründung des Internationalen Eisschieß-Verbandes (IEV) am 30. Juli 1950 kam jedoch die Wende. Im Jahre 1951 wurden die ersten Europameisterschaften in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen. Anschließend und vor allem in den 1960er Jahren stiegen die Mitgliederzahlen rasant an. Zu dieser Zeit verzeichneten nur die Tennisverbände einen ähnlich hohen Mitgliederzuwachs. Auch außerhalb der Nationen Deutschland und Österreich setzte sich der Siegeszug des Eisschießens fort. Der Internationalen Föderation Eisstocksport (IFE), welche aus der IEV herausging, gehörten 1979 bereits 15 Staaten an, aktuell sind es 32. Seit 1983 werden auch Weltmeisterschaften veranstaltet.

Der Eisstock

Stockkörper

Der Stockkörper „besteht aus einem Stahlring, einer in den Stahlring eingepressten Zwischenplatte und einer mit der Zwischenplatte und dem Stahlring fest verbundenen Haube, […]“ (IER, 2006, S. 15)  In der Mitte besitzt er eine Bohrung, durch die der Stiel fest mit der Laufsohle verschraubt werden kann. Ein Eisstock hat einen Durchmesser von 271-274,5 mm und wird in vier unterschiedlichen Gewichtsklassen hergestellt:

  • Typ E 2730-2780 g
  • Typ P 3500-3530 g
  • Typ L 3700-3730 g
  • Typ M 3800-3830 g

Stiel

Der durch die Bohrung des Stockkörpers gesteckte Stiel kann mit der Laufsohle über ein Gewinde fest verschraubt werden. Die Länge des Stiels muss zwischen 234 und 340 mm betragen. Die Griffform kann jeder Spieler individuell wählen.

Laufsohle

Eine Laufsohle besteht aus einer Grundplatte, in der das Gewinde eingebracht ist und einem Laufsohlenbelag. Es gibt Kunststofflaufsohlen für Sommersportböden und Gummilaufsohlen für den Sportboden Eis, die jeweils in unterschiedlichen Härtegraden hergestellt werden und somit unterschiedliche Gleiteigenschaften aufweisen.